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Elterninitiative zur Wahrung der geistigen Freiheit e.V. Leverkusen

Sekten, destruktive Kulte, Guru, mind control

Sekten, destruktive Kulte

Sekten oder „destructive cults“ tauchten erstmals in den 60er und 70er Jahren in Europa auf. Zum Begriff „Sekte“ schrieb der amerikanische Psychologie Professor Robert Jay Lifton ("Terror für die Unsterblichkeit", 2000, Seite 17):
"Ich verwende den Begriff "Sekte" nur für Gruppen, die folgende drei Merkmale aufweisen:

• totalitäre Praktiken oder Formen der Gehirnwäsche,
• statt einer Verehrung spiritueller Prinzipien die Verehrung eines Gurus oder Führers und
• eine Verbindung aus spiritueller Suche von unten und - zumeist ökonomischer und/oder sexueller - Ausbeutung von oben."

Um sich vor diesen Manipulationen  eines destruktiven Kultes schützen zu können, benötigt der Einzelne ausreichende Informationen über die Ziele und Aktivitäten dieser Gruppen.“ Es reicht nicht aus, sich vor Ort einmal umzusehen, denn die Anwerbung durch eine destruktive Sekte ist sehr subtil. Die Werber manipulieren oft mit Gefühlen. Sie suggerieren Freundschaft, Liebe und Geborgenheit und fordern dafür die totale Unterwerfung.


AGPF(Aktion für Geistige und Psychische Freiheit,  Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. Bonn) zum Begriff "Sekte" :

Den Begriff "Sekte" verwendet die AGPF als umgangssprachlichen Sammelbegriff, als ein Hilfsmittel, um sehr unterschiedliche Gruppen schlagwortartig zusammenzufassen.
Somit besagt der Begriff recht wenig. Insbesondere ist mit der Verwendung des Begriffes kein Unwerturteil verbunden. Nicht alle Sekten sind gleich und nicht alle Sekten sind gefährlich.


Margaret Thaler Singer zum Begriff Sekte
("Sekten - Wie Menschen ihre Freiheit verlieren und wiedergewinnen können", 1997, S.34):
"Für den Begriff Sekte, wie ich ihn hier gebrauche, sind drei Faktoren von Relevanz:

Die Entstehung der Gruppe und die Rolle des Führers,
die Machtstruktur, also die Beziehung zwischen dem Führer (oder den Führern) und den Anhängern,
der systematische Einsatz von Überredungs- und Überzeugungstechniken (Techniken der mentalen Programmierung, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Gehirnwäsche genannt) ".

 

Guru

(Sanskrit, m., गुरु, guru, dt. „schwer, gewichtig“) ist ein Titel für einen spirituellen Lehrer im Hinduismus. Der Lehrer ist für den Schüler unentbehrlich für die Suche nach Wissen und den Weg zur Erlösung. Bis heute hat der Titel in Indien und unter den Anhängern der genannten Glaubensrichtungen seinen bedeutsamen Stellenwert behalten.

Die Bedeutung des Gurus in der ISKCON wird durch folgendes Zitat deutlich:

 - "In ähnlicher Weise sollte ein hingegebener Schüler des spirituellen Meisters eher sterben, als nicht die Mission des spirituellen Meisters zu erfüllen. So, wie die Höchste Persönlichkeit Gottes auf die Erde kommt, um die Prinzipien der Religion aufzustellen, so kommt auich der Stellvertreter, der spirituelle Meister, um religiöse Prinzipien wieder einzurichten. Es ist die Pflicht der Schüler, sich um die Mission des spirituellen Meisters zu kümmern und sie in rechter Weise auszuführen. Sonst sollte der Schüler beschließen zusammen mit dem spirituellen Meister zu sterben. Mit anderen Worten, sollte der Schüler bereit sein, sein Leben zu geben, und er sollte alle persönlichen Überlegungen zurückstellen. (Srimad Bhagavatam 4/4, Seite 243, Erläuterung letzter Absatz)

 

mind control (Bewusstseinskontrolle)

Unter mind control oder Bewusstseinskontrolle kann die systematische und nachhaltige Manipulation von Personen oder Gruppen mit dem Ziel, ihre Wahrnehmung, Überzeugungen und Persönlichkeit zu verändern, verstanden werden. Es wird eine Schwächung des Betroffenen u. a. durch Schlafentzug und gezielte psychische Einflussnahmen  vorgenommen, dabei keine direkte Gewalt angewandt, sondern es findet eine andauernde versteckte Beeinflussung statt. 

© Ursula Zöpel